Digitale Austauschraum "Den Status Quo stören – kritisch weiße Interventionen jenseits falsch verstandener Zurückhaltung und paternalistischer Raumnahme"
Wer sich für rassismuskritische Weiterentwicklung einsetzt und gesellschaftliche Macht- und Diskriminierungsverhältnisse thematisiert, macht sich nicht unbedingt beliebt. Insbesondere im eigenen Team, im Gespräch mit der Leitung der jeweiligen Jugendeinrichtung, in Auseinandersetzung mit dem langjährigen Kollegen oder auch eigenen Normalitätsvorstellungen laufen solche Prozesse oft nicht harmonisch ab. Aber müssen sie das, sollten sie das?
Was verlieren wir, was bleibt unbearbeitet oder wird aufrechterhalten, wer macht doppelte Arbeit (und „erhält die Quittung“), wenn wir als weiße Mitarbeiter:innen in Organisationen den Konflikt scheuen, die Stimmung im Team nicht gefährden wollen oder innerlich schon aufgegeben haben? Welche Rolle spielen whiteness, weiße Selbstverständnisse und Professionalitätsanforderungen? Welche Eigenschaften und Strategien brauchen wir oder können wir (weiter)entwickeln und ausprobieren, welche Unsicherheiten angehen, um im besten Sinne Risiken einzugehen und den Status Quo zu stören?
Dieser Austauschraum lädt zur gemeinsamen (Rück-)Besinnung auf Möglichkeiten der rassismuskritischen Intervention und engagierten Verantwortungsübernahme ein, jenseits paternalistischer Raumnahme oder falsch verstandener Zurückhaltung.
Online Veranstaltungsreihe 2026:
Polykrise und Widerstandskraft – digitale Austauschräume zur Stärkung und Vernetzung
Viele von uns merken, wie die sich kontinuierlich zuspitzende gesellschaftliche und politische Lage und die Auswirkungen der „Polykrise“ zu Überforderung und Gefühlen der Machtlosigkeit führen. Dabei fehlen uns als Mitarbeitenden in sozialen und pädagogischen Berufen und in Kontexten der rassismuskritischen politischen Bildungsarbeit oft Möglichkeiten und Orte um zusammenzukommen, um uns gemeinsam darüber zu beraten. Deshalb laden wir Euch herzlich ein, im kollegialen Austausch miteinander ins Gespräch zu kommen und die Suche nach Perspektiven, Stärkung und Widerstandsformen gemeinsam zu gestalten.
Inhalte und Zielgruppen:
Die vier digitalen Austauschräume 2026 stehen unter dem Titel „Polykrise und Widerstandskraft – digitale Austauschräume zur Stärkung und Vernetzung“. Sie richten sich an pädagogische und sozialarbeitende Fachkräfte und Multiplikator:innen, die in den Kontexten Jugendarbeit, Flucht/(Post-)Migration und/oder Rassismuskritik bzw. in der politischen Bildung tätig sind.
In den ersten zwei Terminen in der ersten Jahreshälfte legen wir den Fokus auf „Relational Skills“ – hier fokussieren wir zwischenmenschliche Fähigkeiten, die in rassismuskritischen Prozessen eine Rolle spielen, nämlich Empathie sowie Interventionsbereitschaft und Konfliktfähigkeit.
Im dritten und vierten Termin zum Jahresende wird das kollektive Handeln in den Fokus gerückt, mit der Absicht, die rassismuskritische Organisierung in unseren Strukturen und über unsere Strukturen hinaus zu betrachten und Impulse für individuelle und gesellschaftliche Transformation zu geben.
Bitte beachtet die verschiedenen Zielgruppenbeschreibungen der einzelnen Austauschräume: Der erste Termin ist für Personen mit eigenen Rassismuserfahrungen (BIPoC and migrants*) konzipiert, der zweite als kritischer Reflexionsraum für weiß positionierte Kolleg:innen ohne eigene Rassismus-/Migrationserfahrungen.
„Polykrise und Widerstandskraft – digitale Austauschräume zur Stärkung und Vernetzung“
- 28.04.2026 (Dienstag), 14-17 Uhr: “Do you see me? – Identities, vulnerabilities and empathy” (safer space for BIPoC and migrants who experience racism in Germany, including people who might pass as white); The exchange will be held in spoken English – no advanced English language skills needed.
- 12.05.2026 (Dienstag), 14-17 Uhr: „Den Status Quo stören – kritisch weiße Interventionen jenseits falsch verstandener Zurückhaltung und paternalistischer Raumnahme“ (offen für weiße Kolleg:innen ohne eigene Rassismus-/ Migrationserfahrungen, deutsche Lautsprache)
- Ausblick: Austauschräume am Jahresende zu den Themenfeldern „Vision, Organisierung und kollektives Handeln“ bzw. „Vision, Transformation und Accountability“; die detaillierte Ausschreibung erfolgt in der zweiten Jahreshälfte.
* „BIPoC and migrants“: Wir schließen hier Erfahrungen von Menschen ein, die ggf. weiß gelesen werden, aber in Deutschland Rassismuserfahrungen machen sowie solche Erfahrungen, die im Zusammenhang mit Migration mit Marginalisierung einhergehen (bspw. Antislawismus, Gadjé Rassismus u.a.)
Anmeldungen (verbindlich): per E-Mail an projekt.kollektiv(at)ida-nrw.de – kurze Angaben zu eurem Tätigkeitsfeld sowie zu eurer gesellschaftlichen Positionierung (z.B.. weiße, in Deutschland sozialisierte päd. Fachkraft; Beraterin of Colour; eigene Migrationserfahrung u.Ä.) sind für unsere Konzeption hilfreich. Solltet ihr unsicher sein, ob ihr in die jeweilige Zielgruppe fallt bzw. falls ihr Rückfragen hierzu habt, meldet euch gerne bei uns.
Das Registrierungsformular kann nicht angezeigt werden - mögliche Gründe: Anmeldung erfolgt formlos per E-Mail, Start-Datum der Veranstaltung ist bereits erreicht, Anmeldefrist oder max. Anzahl Teilnehmer wurde überschritten.
