"Deutschland war schön, bevor die Ausländer kamen" Zur Kritik des aktuellen Migrationsdiskurses
Für den aktuellen Diskurs über Migrantinnen und Migranten ist die Wiederkehr assimilatorischer Ansätze kennzeichnend. Die öffentliche Rede über Sprachprobleme, die Gewaltbereitschaft muslimischer Jugendlicher, Integrationsdefizite, über Parallelgesellschaften und die Bringschuld der Migrantinnen und Migranten hat Konjunktur. Um das gesellschaftliche Klima, in dem die Forderung nach Assimilation dominant ist, zu verstehen, ist es wichtig, die Entwicklung des Migrationsdiskurses in den vergangenen Jahren zu betrachten und zu untersuchen, welche Themen unterschwellig verhandelt werden. Wir werden bei dieser Fachtagung außerdem fragen, welche Auswirkungen der "Angleichungs"-Diskurs auf die interkulturelle/antirassistische Praxis hat und welche Verantwortung Politik, Medien, Schule und Zivilgesellschaft in diesem Diskurs zukommt. Darüber hinaus wird aus der Perspektive postkolonialer Kritik eine der wesentlichen Forderungen im Migrationsdiskurs, die der "Integration", reflektiert. Auch wird der Frage nachgegangen, wie ein angemessener Umgang mit Kritik aussehen kann. In verschiedenen Arbeitsgruppen, die sich u. a. mit den Themenfeldern Sprache, Schulgesetz, kritische For-schungspraxis, Antirassismusarbeit auseinandersetzen, werden Perspektiven, Grenzen und Möglichkeiten dieser Kritik ausgelotet.
Die Fachtagung will die derzeitige gesellschaftliche Realität aufnehmen und Möglichkeiten pädagogischen Handelns, das bestehende Diskurse und Verhältnisse nicht schlicht bejaht, erkunden. Sie richtet sich an PraktikerInnen und WissenschaftlerInnen der interkulturellen und/oder antirassistischen Pädagogik.
Informationen
IDA-NRW, Anne Broden, Tel: 02 11 / 15 92 55 -5, info@ida-nrw.de
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