2025 Re_Struct Online-Modul #4: Koloniale Kontinuitäten in der Medizin

Die Online-Modulreihe des Fachbereichs Re_Struct geht in die zweite Hälfte! Im September, Oktober und November werden drei Expert*innen Module mit unterschiedlichem Schwerpunkten rund um das Thema Rassismus und Gesundheit anbieten. Die Module können einzeln oder nacheinander besucht werden.
Online-Modul #4: Koloniale Kontinuitäten in der Medizin
Referentin: Cucuteni
23. September 2025, 10:00-13:00 Uhr, online
In diesem Modul wird die deutsche Gesundheitslandschaft unter rassismuskritischer Perspektive analysiert, beginnend mit den Fragen: “Für wen ist das Gesundheitssystem gemacht – und wer wird darin gehört, gesehen und geheilt?” Anhand konkreter Fallbeispiele Schwarzer Patient*innen beleuchtet das Modul rassistische Erfahrungen im medizinischen Alltag. Die Beispiele dienen als Ausgangspunkt für eine tiefergehende Auseinandersetzung mit Anti-Schwarzem Rassismus in der medizinischen Versorgung. Dabei liegt der Fokus besonders auf den historischen Wurzeln heutiger Ungleichheiten: der kolonialen Medizin als Instrument der Machtausübung und Kontrolle. Die Teilnehmenden setzen sich mit kolonialen Kontinuitäten auseinander, die bis heute in Forschung, Lehre und klinischer Praxis wirksam sind. Dabei werden strukturelle Dimensionen von Rassismus ebenso thematisiert wie implizite Normen, Ausschlussmechanismen und epistemische Gewalt im medizinischen Wissen.
Zur Referentin:
Cucuteni ist Ärztin, Referentin und Dozentin mit dem Schwerpunkt Rassismus und Rassismuskritik in der Medizin. Ihr besonderes Interesse gilt der Aufarbeitung kolonialer Kontinuitäten im medizinischen Kontext. Als darkskinned Medizinerin mit Migrationsbiografie verbindet sie wissenschaftliche Expertise mit persönlicher Erfahrung und gesellschaftspolitischem Engagement. Neben ihrer akademischen und ärztlichen Tätigkeit ist sie Mitbegründerin der Theodor-Wonja-Michael-Bibliothek – der ersten Schwarzen Bibliothek in Nordrhein-Westfalen – und engagiert sich aktiv in der Community-Arbeit.
Zielgruppe:
Fachkräfte, Engagierte, bis hin zu Leitungspersonen, die sich nach der Aneignung von Grundkenntnissen mit den nächsten Schritten zu rassismuskritischen Strukturen in ihren Einrichtungen befassen wollen. Die Module richten sich sowohl an weiß positionierte Menschen, als auch an BIPoC*, Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte, Migrant*innen u.a. die von Rassismus betroffen sind.
Voraussetzung:
Basiswissen zu Rassismus(-kritik) sowie die Bereitschaft sich mit der eigenen gesellschaftlichen Position auseinanderzusetzen werden vorausgesetzt.
Die Teilnahme ist kostenfrei.