RSS

Glossar Detailansicht

Viktimisierung

Viktimisierung bezeichnet den sozialen Prozess der Opferwerdung, bei dem drei Stufen unterschieden werden: Primäre Viktimisierung bezieht sich auf die unmittelbare Schädigung, die psychischen und physischen Folgen, den Zeitpunkt und die Umstände der Tat. Sekundäre Viktimisierung bezeichnet eine zweite Opferwerdung, bei der Betroffene durch unangemessene Reaktionen des sozialen Nahraums (Verwandte, Freund_innen, Bekannte etc.) oder Instanzen sozialer Kontrolle (Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichte) erneut verletzt werden. Hierbei kann es sich z. B. um ausbleibende Unterstützung und Verständnis, eine Bagatellisierung der Tat, mangelndes Einfühlungsvermögen, Witze, Mitschuldvorwürfe oder gar eine Täter-Opfer-Umkehr handeln. Als tertiäre Viktimisierung wird eine unbewältigte Erst- und Zweitviktimisierung bezeichnet, bei der die Betroffenen auf Dauer eine Opferrolle internalisieren. Eine solche dauerhafte Selbstdefinition als Opfer kann die Sicht- und Erlebnisweisen sowie Handlungsmöglichkeiten erheblich einschränken und sich in ständiger Furcht vor erneuter Gewalt und mangelndem Vertrauen gegenüber Menschen und den Schutzmöglichkeiten gesellschaftlicher Institutionen ausdrücken.

Zurück

Aktuell bei IDA-NRW

Überblick Nr. 2, Juli 2019

Überblick Nr. 2, Juli 2019

mehr
05.12.2019 09:00
Fachtagung des projekt.kollektiv (IDA-NRW) in Kooperation mit der Integrationsagentur der AWO Dortmund und der Auslandsgesellschaft e.V.
  Ort: Auslandsgesellschaft Dortmund e.V.

28.11.2019 09:30
  Ort: Stadtmuseum Düsseldorf

Das projekt.kollektiv (IDA-NRW) lädt am 28. November zum Jahresrückblick und Ausblick unter dem Titel "Verschieden, getrennt und gemeinsam" zu einem Fachtag ins Stadtmuseum Düsseldorf ein.

Näheres zu...

mehr

Mit einer Fachtagung möchte IDA-NRW den Blick zum auf die oft ausgeblendete Rolle von Frauen* als Protagonist*innen innerhalb rechter Bewegungen lenken und die Rezeption von Themen wie "Frauenrechte"...

mehr