RSS

Glossar Detailansicht

Viktimisierung

Viktimisierung bezeichnet den sozialen Prozess der Opferwerdung, bei dem drei Stufen unterschieden werden: Primäre Viktimisierung bezieht sich auf die unmittelbare Schädigung, die psychischen und physischen Folgen, den Zeitpunkt und die Umstände der Tat. Sekundäre Viktimisierung bezeichnet eine zweite Opferwerdung, bei der Betroffene durch unangemessene Reaktionen des sozialen Nahraums (Verwandte, Freund_innen, Bekannte etc.) oder Instanzen sozialer Kontrolle (Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichte) erneut verletzt werden. Hierbei kann es sich z. B. um ausbleibende Unterstützung und Verständnis, eine Bagatellisierung der Tat, mangelndes Einfühlungsvermögen, Witze, Mitschuldvorwürfe oder gar eine Täter-Opfer-Umkehr handeln. Als tertiäre Viktimisierung wird eine unbewältigte Erst- und Zweitviktimisierung bezeichnet, bei der die Betroffenen auf Dauer eine Opferrolle internalisieren. Eine solche dauerhafte Selbstdefinition als Opfer kann die Sicht- und Erlebnisweisen sowie Handlungsmöglichkeiten erheblich einschränken und sich in ständiger Furcht vor erneuter Gewalt und mangelndem Vertrauen gegenüber Menschen und den Schutzmöglichkeiten gesellschaftlicher Institutionen ausdrücken.

Zurück

Aktuell bei IDA-NRW

Überblick Nr. 1, März 2019

mehr
  Ort: Wirtschaftsclub Düsseldorf

  Ort: DGB-Bildungsstätte

Herausgegeben von Kolja Koch, i.A. des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit in Nordrhein-Westfalen (IDA-NRW), 42 Seiten

In einem gesellschaftlich stark polarisierten Klima...

mehr

Es ist soweit – im Mai startet das projekt.kollektiv die Qualifizierungsreihe für Multiplikator*innen der rassismuskritischen Jugendbildungsarbeit im Kontext Migration und Flucht.

In Kooperation mit...

mehr