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Viktimisierung

Viktimisierung bezeichnet den sozialen Prozess der Opferwerdung, bei dem drei Stufen unterschieden werden: Primäre Viktimisierung bezieht sich auf die unmittelbare Schädigung, die psychischen und physischen Folgen, den Zeitpunkt und die Umstände der Tat. Sekundäre Viktimisierung bezeichnet eine zweite Opferwerdung, bei der Betroffene durch unangemessene Reaktionen des sozialen Nahraums (Verwandte, Freund_innen, Bekannte etc.) oder Instanzen sozialer Kontrolle (Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichte) erneut verletzt werden. Hierbei kann es sich z. B. um ausbleibende Unterstützung und Verständnis, eine Bagatellisierung der Tat, mangelndes Einfühlungsvermögen, Witze, Mitschuldvorwürfe oder gar eine Täter-Opfer-Umkehr handeln. Als tertiäre Viktimisierung wird eine unbewältigte Erst- und Zweitviktimisierung bezeichnet, bei der die Betroffenen auf Dauer eine Opferrolle internalisieren. Eine solche dauerhafte Selbstdefinition als Opfer kann die Sicht- und Erlebnisweisen sowie Handlungsmöglichkeiten erheblich einschränken und sich in ständiger Furcht vor erneuter Gewalt und mangelndem Vertrauen gegenüber Menschen und den Schutzmöglichkeiten gesellschaftlicher Institutionen ausdrücken.

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Überblick Nr. 4, Dezember 2019

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21.04.2020 10:00
Fachtagung von IDA-NRW, der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW (AJS NRW) und des Landesjugendrings NRW in Kooperation mit dem LWL-Landesjugendamt.
  Ort: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Landeshaus)

Die Fachtagung "Was ist neu und was ist alt am antimuslimischen Rassismus?" befasst sich mit dem Spezifischen und dem Neuen im antimuslimischen Rassismus. Dabei sollen neben den Funktionsweisen und...

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Was tun nach einem rechten oder rassistischen Angriff? Handlungsmöglichkeiten und Hilfe für Betroffene, Angehörige und Zeug*innen.
Herausgegeben von der Opferberatung Rheinland (OBR), Düsseldorf 2019

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