Überblick Nr. 2, Juli 2017

Schwerpunkt: Die Schwierigkeit mit Diversität umzugehen

Publikationen

Neu Kinder- und Jugendarbeit zu rassismuskritischen Orten entwickeln. Anregungen für die pädagogische Praxis in der Migrationsgesellschaft 2016

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"Deutschland war schön, bevor die Ausländer kamen" Zur Kritik des aktuellen Migrationsdiskurses

Eine Tagung des IDA-NRW in Kooperation mit dem Kolloquium "Inter-Kultur" von HD Dr. Paul Mecheril, Pädagogische Fakultät der Universität Bielefeld, für WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen aus interkultureller und antirassistischer Pädagogik sowie der Migrationsforschung.

Thema
Für den aktuellen Diskurs über Migrantinnen und Migranten ist die Wiederkehr assimilatorischer Ansätze kennzeichnend. Die öffentliche Rede über Sprachprobleme, die Gewaltbereitschaft muslimischer Jugendlicher, Integrationsdefizite, über Parallelgesellschaften und die Bringschuld der Migrantinnen und Migranten hat Konjunktur. Um das gesellschaftliche Klima, in dem die Forderung nach Assimilation dominant ist, zu verstehen, ist es wichtig, die Entwicklung des Migrationsdiskurses in den vergangenen Jahren zu betrachten und zu untersuchen, welche Themen unterschwellig verhandelt werden. Wir werden bei dieser Fachtagung außerdem fragen, welche Auswirkungen der "Angleichungs"-Diskurs auf die interkulturelle/antirassistische Praxis hat und welche Verantwortung Politik, Medien, Schule und Zivilgesellschaft in diesem Diskurs zukommt. Darüber hinaus wird aus der Perspektive postkolonialer Kritik eine der wesentlichen Forderungen im Migrationsdiskurs, die der "Integration", reflektiert. Auch wird der Frage nachgegangen, wie ein angemessener Umgang mit Kritik aussehen kann. In verschiedenen Arbeitsgruppen, die sich u. a. mit den Themenfeldern Sprache, Schulgesetz, kritische For-schungspraxis, Antirassismusarbeit auseinandersetzen, werden Perspektiven, Grenzen und Möglichkeiten dieser Kritik ausgelotet.

Die Fachtagung will die derzeitige gesellschaftliche Realität aufnehmen und Möglichkeiten pädagogischen Handelns, das bestehende Diskurse und Verhältnisse nicht schlicht bejaht, erkunden. Sie richtet sich an PraktikerInnen und WissenschaftlerInnen der interkulturellen und/oder antirassistischen Pädagogik.

Programm

Freitag, 1. Dezember 2006

Ab 10.30 Uhr
Anmeldung & Stehkaffe

11.00 Uhr
Begrüßung und Einführung in die Tagung

11.15 Uhr
Reflexion als Kritik:
Girls act - ein reflexives antirassistisches Mädchenprojekt stellt sich vor

13.00 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Die Entwicklung des Migrationsdiskurses in den vergangenen Jahren
Prof Dr. Birgit Rommelspacher
(Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin)

15.30 Uhr
In der "Praxis" angekommen? Der Migrationsdiskurs und seine Effekte
Prof. Dr. Annita Kalpaka
(Fachhochschule Wiesbaden)

17.00 Uhr
Die Verantwortung von Politik, Medien, Schule und Zivilgesellschaft im Migrationsdiskurs
Podiumsdiskussion
- Anne Gudjons-Römer
(Diakonisches Werk von Westfalen) (angefragt)
- Thomas Kufen
(Integrationsbeauftragter der Landesregierung NRW)
- Ulla Ohlms
(Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW)
- Dr. Gualtiero Zambonini
(Integrationsbeauftragter des Westdeutschen Rundfunks) (angefragt)

18.30 Uhr
Abendessen

20.00 Uhr
Bewegung, Grenzen und Differenzen.
Filmanalysen

Samstag, 2. Dezember 2006

09.00 Uhr
Einführung

09.15 Uhr
Integration als Herrschaftspraxis. Eine postkoloniale Kritik
Kien Nghi Ha
(freier Wissenschaftler, Berlin)

10.30 Uhr
Zwischen Entlarvung, Verstrickung und Selbst-reflexion - vom Umgang mit Kritik
Dr. Astrid Messerschmidt
(TU Darmstadt)

11.30 Uhr
Arbeitsgruppen zum Thema "Praxis der Kritik, Kritik der Praxis"

13.00 Uhr
Mittagessen

14.00 Uhr
Plenum: Schlaglichter aus den Arbeitsgruppen

14.30 Uhr
Statements: Kritik an und durch Anerkennung?
(Leah Carola Czollek, HD Dr. Erol Yildiz, Dr. Louis Henry Seukwa)

16.00 Uhr
Resümee und Abschluss

Termin
1./2. Dezember 2006

Ort
CJD Bonn

Informationen
IDA-NRW, Anne Broden, Tel: 02 11 / 15 92 55 -5, info@ida-nrw.de

Flyer zur Tagung