Überblick Nr. 2, Juni 2011

Schwerpunkt: Ungleichwertigkeitsvorstellungen in der Einwanderungsgesellschaft

Zeitschrift des IDA-NRW zum Schwerpunkt Ungleichwertigkeitsvorstellungen in der Einwanderungsgesellschaft

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Facebook, Fun und Ramadan,

hrsg. im Auftrag des IDA e. V., Düsseldorf 2009

Publikation des IDA e. V.

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Von Action bis Zivilcourage,

hrsg. im Auftrag des IDA e. V., Düsseldorf 2010

Bildungsmaterialien aus der Vielfalt-Mediathek

Externer Link zu IDA e. V.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausstiegshilfen: Unterstützung für Aussteiger aus der rechtsextremen Szene

"Aussteigerprogramme für Rechtsextreme" oder "Wege aus der rechten Szene" gehören in Deutschland seit dem Jahr 2001 mit zu den favorisierten "Strategien gegen rechts". Im Unterschied zur akzeptierenden (bzw. gerechtigkeitsorientierten) Jugendarbeit, die Einstellungs- und Verhaltensänderungen bei rechten Jugendlichen/Jugendcliquen über Pädagogik (Akzeptanz als Menschen, Stabilisierung der Person, Beziehungsarbeit und Grenzsetzungen) bewirken will, zielt das Konzept der "Ausstiegshilfe" auf die unmittelbare Unterstützung derjenigen ab, die - aus welchen Gründen auch immer - der rechtsextremen Szene den Rücken kehren wollen. Dieser Zielgruppe soll "Hilfe zur Selbsthilfe" gewährt werden, wozu Gespräche zur Selbstfindung und Neuverortung genauso gehören können wie Unterstützung in materiellen Dingen (Arbeit, Wohnung) und die Hilfe in Sicherheitsfragen (Schutz vor Rache ehemaliger "KameradInnen").

Im Gegensatz zur akzeptierenden Jugendarbeit basiert der Ansatz der Ausstiegshilfe nicht auf mehr oder weniger theoretisch fundierten Annahmen. Die Idee ist vielmehr aus der Not der Praxis entstanden und gründet zu einem nicht unerheblichen Teil auf Erfahrungsberichten ehemaliger Rechtsextremer, die ihren selbst vollzogenen Ausstieg aus der Szene mit all ihren Hindernissen als sehr mühevoll beschrieben. Die ersten Modelle der Ausstiegshilfe entstanden Mitte der 1990er Jahre in Norwegen und Schweden. Mit der beim "Zentrum für Demokratische Kultur" angesiedelten Initiative "EXIT-Deutschland", die sich stark an das Ausstiegsmodell des schwedischen Ex-Neonazis Kent Lindahl anlehnt, wurde im August 2000 das erste Modell in Deutschland ins Leben gerufen. Im Frühjahr 2001 folgten mehrere staatliche Initiativen auf Bundes- und Landesebene, die bei verschiedenen Behörden mit unterschiedlicher Ausstattung und Zielrichtung eingerichtet wurden....