Rechtsextremismus - (k)ein Frauenphänomen?
Rechtsextreme Parolen grölende junge Männer, gewalttätige Neonazis in Bussen und Bahnen, vom "deutschen Volk" fabulierende Redner auf Versammlungen - so oder ähnlich zeigen viele Medien bis heute das Gesicht des Rechtsextremismus in Deutschland. Wie differenziert dieses Bild auch immer präsentiert wird, es zeichnet das Bild vom Rechtsextremismus als Männerphänomen und ist häufig mit Gewalt verknüpft.
Ist Rechtsextremismus also kein Frauenproblem? Spielen Frauen bzw. Mädchen keine Rolle bzw. stehen sie allenfalls als Erfüllungsgehilfinnen im Hintergrund und ist der Blick auf sie deshalb weitgehend obsolet?
Die Antwort lautet "nein". Mädchen und Frauen sind zwar deutlich weniger sichtbar. Sie agieren eher im Hintergrund und entziehen sich damit zu einem großen Teil unserem Blickfeld. Dies gilt sowohl für die militante Jugendszene wie für rechtsextreme Parteien. Sie fallen deutlich weniger durch Gewalt auf und nehmen nur selten Führungspositionen ein. Gleichwohl gibt es sie - die (Mit)Täterinnen und Kaderfrauen. Darüber hinaus zeigen Untersuchungen, dass Frauen für rassistische und rechtsextreme Einstellungen genauso empfänglich sind wie Männer.




