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Informationen zur extremen Rechten in NRW und Anregungen für die pädagogische Praxis, Düsseldorf 2012

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(Auszug)

Überblick Nr. 3, September 2012

Schwerpunkt: Opferperspektive

Überblick_3-12

Überblick_3_2012

 

Rassismus der Individuen

Wenn Angriffe auf Migrantinnen und Migranten, Schwarze Deutsche, auf Jüdinnen und Juden öffentliche Aufmerksamkeit erlangen, wenn rassistische Äußerungen einer prominenten Person Schlagzeilen machen, wenn jüdische Einrichtungen oder Asylbewerberwohnheime Ziele von Brandanschlägen werden, gerät der individuelle Rassismus ins Blickfeld. Die Thematisierung dieses individuellen und auch alltäglichen Rassismus geht häufig mit der Frage einher, was man tun könne, um ihm entgegen zu treten. Aber es wird auch nach Erklärungsansätzen für individuelles alltagsrassistisches Verhalten gesucht und hier wird vor allem die Psychologie befragt. Sie fokussiert in ihren theoretischen Angeboten den Umgang des Menschen mit "Fremdheit" und hält vielfältige Antworten parat:

Exkurs: Psychologische Erklärungsansätze

Die verschiedenen psychologischen Theorien basieren auf unterschiedlichen Erklärungsansätzen, die Paul Mecheril folgendermaßen skizziert hat:

"- Ethologisch (Verhaltensforschung; Anm. d. Red.):
Abwehr des Fremden als anthropologische Erfordernis (Eibl-Eibesfeld)
- Psychoanalytisch:
Abwehr des Fremden als Abwehr projizierter Aspekte des Eigenen (Kristeva)
- Gruppenpsychologisch:
Abwehr der Mitglieder der anderen Gruppe als Erfindung und Generalisierung von Eigenschaften aufgrund von Gruppenkategorien (Tajfel)
- Einstellungspsychologisch:
Abwehr des Anderen aufgrund von auf Wahrnehmungsverzerrungen oder generalisierungen beruhenden Vorurteilen (Allport)
- Persönlichkeitspsychologisch:
Abwehr des Anderen als Resultat der Wirkung tiefer liegender Persönlichkeitsstrukturen (Adorno)" (Mecheril 2001, S. 7)

Diese idealtypisch skizzierten Theorien benennen verschiedene Begründungen für individuelles rassistisches Denken und Handeln. Diese Begründungen gehen nach Mecheril auch mit Vorschlägen zu einem weniger "feindlichen Umgang" mit den vermeintlich Fremden einher:

"- Ethologisch:
Verringerung von Fremdenfeindlichkeit durch Reduktion der Fremden
- Psychoanalytisch:
Verringerung von Fremdenfeindlichkeit durch Reflexion und Bewusstmachung (etwa der Projektionsmechanismen)
- Gruppenpsychologisch:
Verringerung von Fremdenfeindlichkeit durch Wechsel auf andere Gruppenkategorien
- Einstellungspsychologisch:
Verringerung von Fremdenfeindlichkeit durch Veränderung von Einstellungen durch Aufklärung und Information
- Persönlichkeitspsychologisch:
Verringerung von Fremdenfeindlichkeit durch Erziehung" (Mecheril 2001, S. 7)

Die Erklärungsansätze und auch die Handlungsempfehlungen haben teilweise Eingang gefunden in die antirassistische pädagogische Arbeit: Aufklärung, Information, Bewusstmachung etc. sind wesentliche Elemente pädagogischen Handelns. Allerdings können die Erklärungsansätze und die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen aus zwei verschiedenen Perspektiven kritisiert werden:

1. Dichotomisierung der Gesellschaft:
In den psychologischen Erklärungsansätzen wird die Unterscheidung zwischen "wir" und "Nicht-wir", zwischen Fremden und Nicht-Fremden, zwischen Anderen und Nicht-Anderen nicht thematisiert. Diese Dichotomisierung wird vielmehr als gegeben angesehen, bleibt unhinterfragt und wird somit weiter reproduziert.

Das folgende Zitat verdeutlicht die angesprochene Problematik der unhinterfragten gesellschaftlichen Dichotomisierung. Es ist ein Text, in dem sich die Autorin mit der Frage der Ausländerfeindlichkeit beschäftigt. Dort heißt es:

"Die Angriffe gegen Ausländer in unserem Land haben uns erschreckt und beschämt. Hilflos und ohnmächtig mussten wir miterleben, dass Menschen, die sich um Hilfe an uns wenden, Angst um ihre Gesundheit und um ihr Leben haben müssen." (Bauriedl 1992, S. 156)

Der Text unterscheidet zwischen "uns" und "Ausländern". Diese Unterscheidung wird nicht eigens analysiert, sondern als gegeben, als Normalität vorausgesetzt. Diese vermeintliche Normalität konstituiert den Text. Darüber hinaus richtet sich der Text ausschließlich an "Wir-Mitglieder", die als "Ausländer" bezeichneten Menschen werden nicht als Leserinnen und Leser gedacht. Sie kommen nicht als eigenständige Subjekte im Text vor, sondern werden zu Objekten "unseres" Interesses degradiert. Paul Mecheril kommentiert diese Textpassage folgendermaßen:

"Genau darin reproduziert und bestärkt der Text jene Subjekt-Objekt-Differenzierung, die das gesellschaftliche Verhältnis von Mehrheit und Minderheiten prägt. Handelnde, entscheidungsbegabte Subjekte sind Mehrheitsangehörige, Objekte der mehr oder weniger fürsorglichen Behandlung sind Minderheitenangehörige. Unter der kulturalistischen Variante dieses Verhältnisses würde der Text unterstellen, dass "Ausländer/innen" nicht deutsch lesen, in der rassistischen Variante würde der Text unterstellen, dass "Ausländer/innen" nicht lesen können." (Mecheril 2001, S. 8)

Eine weitere Frage drängt sich auf: Wem gilt die eigentliche Sorge nach den Anschlägen, den Opfern der Gewalt, oder den "erschreckten", "beschämten", "hilflosen" und "ohnmächtigen" Mehrheitsangehörigen? Um wen müssen sich Psychologie, Pädagogik, Politik kümmern, um die Opfer der Gewalt oder jenen beschämten Mehrheitsangehörigen? Nicht die Lebensrealität der realen und potenziellen Opfer steht hier im Mittelpunkt der Betrachtung, sondern "unser" Erschrecken, "unsere" Scham. "Welch infamer Luxus", kommentiert Mecheril (Mecheril 2001, S. 8).

2. Enthistorisierung und Dekontextualisierung der Angst:
Die Erklärungsansätze enthistorisieren die Angst vor Fremden, thematisieren diese Angst aus der Perspektive derer, die Angst vor der Entmachtung (durch die Fremden) haben, und unterschlagen dabei die Geschichte der Bemächtigung.

Birgit Rommelspacher verweist auf den zweiten kritikwürdigen Aspekt der psychologischen Erklärungsansätze: Im Rassismus, so schreibt sie (Rommelspacher 1995, S. 178), würden die Minderheiten dafür verantwortlich gemacht, dass die Mehrheit Probleme habe, weil die Minderheiten angeblich Angst machten.

"Allein der Hinweis auf diese Angst genügt, um Rassismus und Gewalttätigkeiten zu rechtfertigen - als ob das Recht auf Angstfreiheit der einen über dem Recht auf körperliche Unversehrtheit der anderen Menschen stünde. (...) Die eigene Norm zur Richtschnur zu machen und die anderen für das eigene Wohl- bzw. Unwohlbefinden verantwortlich zu machen, basiert auf einem Verständnis, das die anderen nicht als Subjekte mit eigenen Bedürfnissen und Interessen wahrnimmt, sondern sie ausschließlich als Andere konstituiert." (Rommelspacher 1995, S. 178f.)

Rommelspacher problematisiert in ihrem Buch "Dominanzkultur" die verschiedenen psychologischen Erklärungsansätze von Rassismus nicht, weil ihnen jegliche Plausibilität abzusprechen sei. So teilt sie beispielsweise die Auffassung Kristevas, dass Menschen im Fremden auch mit der eigenen Angst vor der Zukunft und der Angst vor der eigenen Machtlosigkeit konfrontiert seien. Aber sie fragt:

"Warum jedoch beschreibt Kristeva zwar die Angst vor Entmachtung, die eine Begegnung mit dem Fremden in uns auszulösen vermag, und nicht ebenso die Geschichte der Bemächtigung, die für diese Konfrontation mit dem Fremden derart bezeichnend ist? Wenn sie von den EinwanderInnen aus dem Maghreb in Frankreich spricht und der in den Einheimischen aufkeimenden Angst, dass sie die Macht übernehmen könnten, warum spricht sie nicht auch von Kolonialismus und Herrschaftserfahrung? Warum finden bei ihr die Geschichte von Ausbeutung und Diskriminierung der Fremden und die Überlegenheits- und Schuldgefühle keinerlei Erwähnung? Auch sie haben sich in unserem Bewußtsein festgesetzt; denn nicht nur die Bedürfnisse nach Abenteuer, Zugehörigkeit und Macht, sondern auch die Erfahrungen eigener Grausamkeit und eigenen Dominanzbestrebens wurden vom Bewußtsein abgespalten und ins Unterbewußtsein verdrängt. (...) In der Begegnung mit Fremden begegnet uns nicht nur die eigene Selbstzerrissenheit und individuelle Borniertheit, sondern eben auch die reale Geschichte, eine Geschichte von Eroberung, von Rassismus und Antisemitismus, die sich in unser Denken und Fühlen eingeschrieben hat. Insofern erfaßt eine psychologische Analyse nur die halbe Wahrheit, wenn sie im Fremden vor allem die eigene Befindlichkeit wahrnimmt und die Geschichte der Beziehung zu diesen Fremden aus ihrem Blickfeld verdrängt. Sie wird in dem Augenblick falsch, in dem sie die realen gesellschaftlichen und interpersonalen Machtverhältnisse negiert und die Begegnung zwischen dem Ausbeuter und dem Ausgebeuteten, zwischen dem Rassisten und dem Flüchtling, dem Nazitäter und dem Opfer lediglich zur Selbstkonfrontation, einer Episode der Selbsterfahrung entwickelt." (Rommelspacher 1995, S. 146f.; Hervorhebung im Original)

Zur Erklärung von Alltagsrassismus muss dementsprechend die rassismustheoretische Frage gestellt werden:

"Wie wird in dieser kulturellen, historischen, gesellschaftlichen und politischen Ordnung der, die, das Fremde auf einer national-ethnischen und kulturellen Ebene erzeugt?" (Mecheril 2001, S. 8)

Privilegien

Wenn es nicht um die Frage geht, wie wir besser mit Fremden umgehen können, sondern darum, wie Fremdheit als Ordnungssystem immer wieder erzeugt wird, so ist auch nicht nach psychischen Bewältigungsformen des Menschen im Umgang mit Fremdheit, sondern nach den Privilegien und der Machtausstattung des Individuums zu fragen. Peggy McIntosh hat eine Liste von Privilegien erstellt, die Weiße Personen unabhängig von Gender, Klasse, Religionszugehörigkeit etc. genießen:

"6. Ich kann den Fernseher einschalten oder die erste Seite der Zeitung aufschlagen und Menschen meiner Hautfarbe überall repräsentiert sehen. [...] 7. Wenn man mir von der Geschichte unseres Landes oder von der ‚Zivilisation' erzählt, wird mir gezeigt, dass es Menschen meiner Hautfarbe waren, die es zu dem gemacht haben, was es ist. [...] 15. Ich muss meine Kinder nicht dazu erziehen, sich des strukturellen Rassismus bewusst zu sein, zu ihrem eigenen täglichen physischen Schutz. [...] 17. Ich kann mit vollem Mund sprechen, ohne dass jemand dies meiner Hautfarbe zuschreibt. [...] 21. Ich werde nie aufgefordert, für alle Menschen meiner rassischen Gruppe zu sprechen. 22. Ich kann die Sprachen und Traditionen von Menschen of Color, die weltweit die Mehrheit darstellen, ignorieren, ohne in meiner Kultur irgendeine Strafe für eine solche Ignoranz zu spüren. [...] 45. Ich kann erwarten, dass die Bildersprache und Metaphorik in allen Künsten Zeugnis von der Erfahrung meiner Rasse ablegen." (McIntosh 1988/1997, S. 293f., zitiert nach: Wollrad 2005, S. 86)

Diese Auflistung von Privilegien macht deutlich, dass selbst wohlmeinende Menschen, die nicht rassistisch denken und handeln (wollen), durch ihren Status als Angehörige der dominierenden Kultur, als Weiße Menschen von Privilegien profitieren, die die gesellschaftliche Dichotomisierung von "Fremd" und "Zugehörig" stabilisieren. Sie ziehen - oftmals unbewusst - Vorteile aus dem bestehenden rassistischen Ordnungssystem, sei es auf psychischer, materieller, kultureller oder symbolischer Ebene. Individueller Rassismus ist deshalb so wirkmächtig, weil er auch ohne bewusstes/beabsichtigtes rassistisches Handeln die realen Machtverhältnissen bestätigt und stabilisiert. Rassismus ist deshalb so schwer zu bekämpfen, weil er die Verhältnisse, von denen die Mehrheit profitiert, stabilisiert. Damit werden diese Verhältnisse nicht ernsthaft infrage gestellt oder gar als veränderungswürdig thematisiert.

Rassismus als flexible, soziale Praxen

Rassismus drückt sich nicht nur in Übergriffen auf Migrantinnen und Migranten aus, und er existiert nicht allein in verselbstständigten gesellschaftlichen Strukturen, für die niemand mehr verantwortlich zu sein scheint und die schwierig zu verändern sind. Der Rassismusforscher Stuart Hall bezeichnet Rassismus als soziale Praxen (Hall 2000, S. 7) und verweist damit auf Rassismus als ein Phänomen, das sich in gesellschaftlichen Strukturen, aber eben auch in den alltäglichen sozialen Praxen der Menschen, in ihrem Denken und Handeln niederschlägt. Diese Praxen unterscheiden sich in ihren Argumentationsfiguren. So ist beispielsweise der rassistische Diskurs in Frankreich und England deutlich durch die Kolonialzeit dieser Länder geprägt, während in der Bundesrepublik Deutschland neben der kolonialen auch die nationalsozialistische Vergangenheit in den aktuellen Rassismus hinein wirkt. Dazu zwei Beispiele: Oskar Lafontaine sprach im Wahlkampf 2005 beispielsweise von "Fremdarbeitern" und rekurrierte damit auf ein rassistisches Stereotyp, das während des Nationalsozialismus gebräuchlich war. Und als der CDU-Politiker Martin Hohmann - in einer Rede zum 3. Oktober 2003 - vom "Tätervolk" sprach, aktivierte er damit das antisemitische Programm des Nationalsozialismus. Außerdem unterliegen rassistische Praxen nicht nur historischen Realitäten, sondern sind auch abhängig von kulturellen, sozialen, geschlechtlichen, religiösen und anderen Einflüssen.

Der Begriff "Alltagsrassismus", der in den 1980er Jahren von der niederländischen Rassismusforscherin Philomena Essed (1984) eingeführt worden ist, verweist auf alltägliche und scheinbar banale, dennoch folgenschwere Konstruktionen von "Wir"- und "Ihr"-Gegensätzen. Individueller Rassismus wird durch Angehörige der Mehrheitsgesellschaft artikuliert. Er zeigt sich nicht zwangsläufig in aggressiver und gewollt verletzender Art und Weise, vielmehr kann er sich auch subtil, unauffällig, verdeckt und latent gebärden, wie der Erziehungswissenschaftler Rudolf Leiprecht in seinem Buch "Alltagsrassismus" (2001) beschreibt. Es kann sich um bewusste, aber auch unbewusste Einstellungen und Verhaltenspraxen handeln. Auch wenn eine Äußerung nicht rassistisch gemeint ist, kann sie rassistische Effekte zur Folge haben und die betroffenen Menschen beschämen und verletzen. So ist die - durchaus freundlich gemeinte - Frage "Wo kommen Sie her?" ein gutes Beispiel für eine ambivalente, von Migrantinnen und Migranten häufig auch als rassistisch wahrgenommene Frage: Sie signalisiert zwar einerseits Interesse seitens der fragenden Person gegenüber der als Migrant/in wahrgenommen Person, andererseits beinhaltet die Frage eine subtile Form der Ausgrenzung: "Wo kommen Sie her?" beinhaltet auch die Unterstellung "...hier gehören sie nicht hin!" oder "...zu uns gehören sie aber nicht!" (vgl. Battaglia 2007) Migrierte haben aufgrund ihrer einschlägigen Erfahrungen oftmals ein feines Gespür für diese Zwischentöne, für die subtilen Aussagen, die in einer vermeintlich freundlichen Frage mitschwingen. Sie verletzten und erzeugen bei ihnen Kopfschütteln und Aggression; vielleicht wird der problematische Anteil der Frage ignoriert, vielleicht wird er beantwortet mit dem Hinweis auf Dortmund, Gelsenkirchen oder Düsseldorf (und erzeugt damit oftmals kognitive Dissonanzen, denn diese Orte verweisen auf eine Beheimatung in der Bundesrepublik Deutschland, was doch eigentlich von der fragenden Person ausgeschlossen wurde). Migrantinnen und Migranten hören immer wieder diese Frage, manchmal auch mit einem Hinweis auf die guten Sprachkenntnisse verbunden, der als Lob daher kommt, aber einen subtilen Platzverweis enthält: "Obwohl Sie doch nicht Deutsche/Deutscher sind, sprechen Sie gut Deutsch." Auch diese Äußerung beinhaltet verschiedene Aspekte von Ausgrenzung: Der als physiognomisch anders wahrgenommene Mensch gehört nicht nach Deutschland, denn hier sind alle weiß (und blond- bis braunhaarig, haben blaue Augen ...). Und wenn sie nicht "hier hingehören", können sie folgerichtig auch keine deutschen Staatsbürgerinnen und -bürger sein, respektive wohl kaum die deutsche Sprache beherrschen.

Die Strategien, auf diesen Platzverweis zu reagieren, sind vielfältig. Oftmals führen sie zu einer pragmatischen Selbstverortung jenseits der Bundesrepublik:

"'Ich sag immer, ich bin Inder. Warum weiß ich nicht. Im Prinzip könnte ich auch sagen, ich bin Deutscher. Aber [...] nur Inder ist einfacher zu erklären. Weil, wenn du sagst, du bist Deutscher, [...] dann fragen die: ‚Aber was ist deine Herkunft?' Die Frage ist schon aus dem Weg, wenn du sagst, du bist Inder. // lacht // Ich meine aus praktischen Gründen.'" (Mecheril 2003a, S. 105)

Diese Pragmatik bestätigt allerdings die Vermutung der fragenden Person, dass der oder die Befragte nicht deutsch sei, nicht nach Deutschland gehöre. Die Dichotomisierung in "Wir" und "Ihr" wird scheinbar verifiziert.

Zeigt die befragte Person Unverständnis, gar Ärger und weist die Frage zurück, reagieren viele Mehrheitsangehörige mit dem Hinweis, man solle doch nicht gleich beleidigt sein, die Frage sei doch nett gemeint. Die Frage wird nicht in ihrer problematischen ausgrenzenden Konnotation wahrgenommen; die Irritation, der Ärger, die Verletzung wird nicht verstanden und/oder als unangemessen zurückgewiesen. Die Gefühle des Gegenübers lösen kein Nachdenken über die eigene Frage und die unterschwellige Ausgrenzung aus, vielmehr bestätigen sie die vermeintliche Fremdheit des Gegenübers, denn er oder sie reagiert in einer angeblich unverständlichen und/oder unangemessenen Weise. Die mehrheitsangehörige Person stellt sich selbst nicht in Frage. Die Deutungshoheit obliegt der Dominanzgesellschaft.

Ähnlich verhält es sich mit anscheinend positiven Zuschreibungen. Befragt nach ihren Assoziationen zum Begriff "Ausländer", nennen die mehrheitsangehörigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Seminars Attribute wie "dunkle Haare, dunkle Haut, Gerüche, andere Kleidung, Kopftuch, viele Kinder, emotional, andere Religion, Musik, gutes Essen, fröhlich" (zitiert nach Kalpaka/Räthzel 1994, S. 16). Die Rassismusforscherinnen Annita Kalpaka und Nora Räthzel bewerten die Aussagen folgendermaßen:

"Heiße Debatten gab es um die Frage, ob die aufgeführten Verhaltensweisen als positiv oder negativ einzustufen seien. Am Ende waren ca. 50 bis 70 % der genannten Eigenschaften als negativ bewertet. Merkmale wie ‚fröhlich, emotional, offen' kamen natürlich auf die Positiv-Seite. Unserer Auffassung nach gehören sie jedoch nur auf den ersten Blick dorthin. Denn in der Festlegung der Anderen auf Eigenschaften, die man bei der eigenen Gruppe vermißt, wird stillschweigend mitgedacht, daß solche, die man selbst hat, den anderen fehlen: So hält man EinwandererInnen für emotionaler, aber auch für weniger rational, als man selbst ist. In der Bestimmung einer Fähigkeit steckt hier zugleich die Behauptung einer Unfähigkeit. In dieser polarisierenden Festschreibung wird auch deutlich, dass die Bestimmung des Anderen immer auch die Bestimmung des Selbst als Gegenbild einschließt." (Kalpaka/Räthzel 1994, S. 16)

Diese Beispiele können Mehrheitsangehörige verunsichern, die Migrantinnen und Migranten gegenüber aufgeschlossen sind. Kann Freundlichkeit rassistisch sein? Können freundlich gemeinte Äußerungen als rassistisch, also verletzend wahrgenommen werden? Die Rassismusforscherin Birgit Rommelspacher verweist auf das entscheidende Kriterium:

"Man muss jedoch nur einmal versuchen, sich in die Person hineinzuversetzen, die z. B. ständig gefragt wird, woher sie komme, um sich klar zu machen, dass die Wirkung einer solchen Frage nicht unbedingt mit dem übereinstimmen muss, was man selbst beabsichtigt hat." (Rommelspacher 2003, S. 1)

Dementsprechend spricht Rommelspacher auch von dem eher beiläufigen Charakter des alltäglichen und individuellen Rassismus, der geradezu ein Bestandteil der Alltagskultur sei. Er sei bei Menschen anzutreffen, die sich politisch links, liberal oder auch konservativ verstehen und die sich den demokratischen Grundsätzen dieser Gesellschaft verpflichtet fühlen. Diese Menschen wollen in der Regel nicht diskriminieren, vielmehr bemühen sie sich, keinen Unterschied zwischen Menschen zu machen. Oder, so zeigt die Frage nach der Herkunft, individueller und alltäglicher Rassismus kann mit einer freundlichen Interessensbekundung einhergehen, mit Neugierde, die in ihr unbeabsichtigtes Gegenteil kippt.

Neugierde ist häufig positiv konnotiert, im Sinne von "aufgeschlossen" oder "interessiert an anderen Menschen". Dass Neugierde auch verletzten kann, wird viel zu wenig registriert.

"'Manchmal kommen Leute und fragen Dinge wie: ‚Wie wäschst du dein Haar?', oder wollen wissen, ob ich es kämme. Ich finde, [...] das ist völlig krank [...]. Es kommt mir nicht in den Sinn, eine weiße Erwachsene zu sehen und sie zu fragen, wie sie ihre Haare wäscht. Was für eine Frage [...] ‚wie wäschst du deine Haare?' Na ja, mit Wasser und Shampoo [...] Was wollen sie eigentlich wirklich wissen? Wie können sie es wagen, das zu fragen?'" (Ferreira 2003, S. 151)

Grada Ferreira kommentiert Erfahrungen der übergriffigen Neugierde, der Grenzverletzung, der offenen oder verdeckten rassistischen Zuschreibungen, die eben auch als vermeintliches Lob, als Herausstellung angeblich hübscher körperlicher Merkmale etc. daherkommen, folgendermaßen:

"Nicht nur süße und bittere Worte machen es schwer, Rassismus zu identifizieren; sondern das Spiel süßer und bitterer Worte ist eine Form, in der Rassismus produziert wird. Die Schwierigkeit, Rassismus zu identifizieren, ist nicht nur funktional für Rassismus, sondern ein Teil des Rassismus selbst." (Ferreira 2003, S. 156, Hervorhebung im Original)

Individueller und alltäglicher Rassismus ist deshalb Rassismus, weil er die gesellschaftlichen Mechanismen der Ungleichheitskonstruktion durch Kriterien von nationalstaatlicher, ethnischer und kultureller Herkunft legitimiert, d. h. die gesellschaftlichen Machtverhältnisse werden bestätigt. Im Unterschied zum strukturellen/institutionellen Rassismus geht es beim individuellen Rassismus jedoch weniger um politische und ökonomische Macht,

" (...), sondern es geht darum, die Bedeutung von Menschen innerhalb der Gesellschaft zu bestimmen: Wer hat Prestige, wer hat das Sagen, wessen Stimme wird gehört und welche wird zum Schweigen gebracht." (Rommelspacher 2003, S. 4)

Migrantinnen und Migranten, Schwarze Deutsche, selbst Nachkommen von Migrierten in der 3. Generationen werden in der Bundesrepublik oftmals noch als "Ausländer" wahrgenommen und angesprochen. Vor allem physiognomisch anders aussehende Menschen, die der "mythischen Norm" (Audre Lorde) nicht entsprechen, erleben immer wieder Diskriminierungen auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt, in den Familien von mehrheitsangehörigen Freundinnen und Freunden, beim Besuch einer Disco. Schwarze Deutsche werden immer noch als "Neger" bezeichnet.

Sprache kann verletzen und herabsetzen. Die Bedeutung eines Wortes hängt oftmals vom (historischen) Kontext ab, in dem es sich entwickelt hat und gebraucht wird. Der Begriff "Neger" wurde beispielsweise von den weißen Kolonialherrschenden im Kontext von Kolonialismus und Sklaverei als Herabwürdigung der schwarzen Sklavinnen und Sklaven benutzt. Er steht für extreme Entrechtung und Herabwürdigung.

"'Ich erinnere mich daran, dass (mein Freund) einen Klavierlehrer hatte und ich ihn nach seiner Stunde abholte, und der Klavierlehrer hatte ein kleines Mädchen. Das kleine Mädchen fing an zu reden: ‚Die schöne Negerin, und wie toll die Negerin aussieht, und die schönen Augen, die die Negerin hat, und die schöne Haut, die die Negerin hat [...] und ich will auch Negerin sein!' Zu der Zeit sprach ich wenig Deutsch. Ich verstand nichts von dem, was sie sagte, ich hörte immer nur dieses eine Wort: Neger, Neger, Neger, Neger, wieder und wieder [...] und natürlich hörte ich es wie nigger auf Englisch. Und [...] ich erinnere mich, dass ich es das erste Mal fühlte [...] diese Art von physischem Schmerz, weil jemand etwas tat oder sagte. Es gibt diesen [...] Schmerz in den Fingern, es gibt etwas [...]. Ich hatte das noch nie in meinem Körper gefühlt.'" (Ferreira, 2003, S. 154)

Es wird deutlich: Auch wenn das kleine Mädchen nicht in rassistischer Absicht gesprochen hat, so stellt die Rede von der schönen Negerin doch eine rassistische Verletzung dar. Das Wort "Neger" gehört zum Wortschatz des Kindes, d. h. im Umfeld des Kindes (Familie, Kindergarten, Schule ...) wird herabwürdigend über Schwarze Menschen gesprochen, die Degradierung der Schwarzen während der Kolonialzeit erfährt - ob bewusst oder unbewusst, gewollt oder nicht - ihre Fortsetzung. Die als "Negerin" bezeichnete Frau sieht sich herabgewürdigt, sie empfindet physischen Schmerz. Es muss kein böser Wille im Spiel sein um Andere zu verletzen.

Othering

Die von Rassismus Betroffenen werden nicht nur für den Moment verletzt, sondern gleichen sich in einem Prozess der Entfremdung dem zugeschriebenen Bild an. Sie fühlen sich unterlegen, schlecht gebildet, exotisch, anders, fremd ... Sie werden zu dem, was von ihnen schon immer erwartet wurde. Der französische Psychiater Frantz Fanon hat dies als "absolute Depersonalisierung" (Fanon 1970, S. 63) bezeichnet: Der Schwarze Mensch entwickelt zu sich selbst eine Beziehung, die durch den Kolonisator (respektive den Mehrheitsangehörigen) vorgeschrieben wird. Diese Angleichung an die Konstruktionen/Zuschreibungen führt zu einem Zustand der inneren Spaltung. Im aktuellen Rassismusdiskurs wird dieses Phänomen als "othering" bezeichnet: Wenn der Schwarze Deutsche, die Migrantin durch die ständige Konfrontation mit Zuschreibungen nach und nach diese unbewusst übernimmt, ist sie oder er tatsächlich zum vermeintlich Anderen geworden, er oder sie hat sich dem Bild vom Anderen angeglichen. Migrantinnen und Migranten beispielsweise, die ihre bilingualen Kompetenzen gering schätzen und ihr Augenmerk auf die Defizite im Deutschen legen, bestätigen unbewusst den Prozess des othering.

Das Insistieren auf Fremdheit, auf kultureller Differenz und zunehmend auch auf der Unvereinbarkeit vor allem der muslimischen Religion und Kultur mit der "deutschen" Kultur, mit "deutschen" Werten verweist die Menschen, über die gesprochen wird, auf einen randständigen gesellschaftlichen Platz, wenn sie nicht gleich als "außerhalb" stehend charakterisiert werden.

Perspektiven und Paradoxien

Im Umgang mit Anderen, im Verhältnis zwischen Mehrheits- und Minderheitenangehörigen, muss eine Balance gefunden werden, die Unterschiede nicht leugnet, sie aber auch nicht überbewertet und ständig auf ihnen beharrt. Es gilt, so Birgit Rommelspacher,

" (...) die Balance zu finden zwischen der Anerkennung unterschiedlicher Erfahrungen und Perspektiven und dem Wahrnehmen von Gemeinsamkeiten. Dies kann nur gelingen, wenn man sich auch als Angehöriger der Mehrheitsgesellschaft mit der eigenen Position den anderen gegenüber auseinandersetzt, um sich auch darüber klar zu werden, wie sehr man selbst die Unterschiede herstellt, die man dann wieder zu überbrücken oder gar zu leugnen versucht." (Rommelspacher 2003, S. 6)

Dass dieser Balanceakt nicht ohne Paradoxien auskommt, lässt das folgende Zitat der amerikanischen Schriftstellerin Pat Parker erahnen:

"Wenn du mit mir sprichst, vergiß, daß ich eine Schwarze bin. Und vergiß nie, daß ich eine Schwarze bin." (Parker, zitiert nach Rommelspacher 1995, S. 100)

Die im Englischen als "Farbenblindheit" (colour blindness) bezeichnete Ignorierung von Hautfarbe funktioniert eben nicht als antirassistische Strategie, denn sie unterschlägt die realen Machtverhältnisse, die Rassismuserfahrungen von Schwarzen und Migrierten und setzt eine Chancen- und Partizipationsgleichheit voraus, die nicht existiert. Damit werden Rassismus und Diskriminierung nicht verhindert, sondern lediglich verschleiert. Rassismuskritik und rassismuskritische Praxis kommen um den schwierigen Balanceakt der notwendigen Wahrnehmung von Differenz einerseits und der immer wieder auch notwendigen Nicht-Berücksichtigung dieser Unterschiede andererseits nicht herum.

 

Literatur

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Bauriedl, T. (1992): Feindbild "Ausländer". Zur Psychologie der Ausländerfeindlichkeit in unserer Gesellschaft, in: N. Aziz (Hg.): Fremd in einem kalten Land, Freiburg, S.156

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