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Neu Kinder- und Jugendarbeit zu rassismuskritischen Orten entwickeln. Anregungen für die pädagogische Praxis in der Migrationsgesellschaft 2016

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Überblick Nr. 1, März 2017

Schwerpunkt: Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus in der historisch-politischen Bildungsarbeit

Glossar

Migration
Der Begriff bedeutet \"Wanderung\" und bezeichnet einen auf Dauer angelegten Wohnortwechsel von Personen. Dabei wird zwischen Wanderungsbewegungen innerhalb eines Staatsgebietes (Binnenmigration) und Staatsgrenzen überschreitende Wanderungsbewegungen (internationale Migration) unterschieden. Freiwillige Formen sind z. B. die Arbeitsmigration und Familienmigration. Unfreiwillige Formen sind Flucht, Vertreibung und Sklaverei. Wanderungsbewegungen sind kein besonderes Phänomen der Moderne, sondern haben die Geschichte und die Entwicklung der Menschheit von Anfang an mitgeprägt.
Minderheit
Während im allgemeinen Sprachgebrauch mit dem Begriff häufig nur das quantitative Verhältnis von Mehrheit und Minderheit erfasst wird, betont der sozialwissenschaftliche Minderheitenbegriff, dass die Minderheitengruppe »anders« insofern ist, als sie sich von den vorherrschenden Normalitätsentwürfen der Gesellschaft unterscheidet. Ein Beispiel ist die Vorstellung, Männer oder das wie auch immer geartete Männliche seien die Norm, Frauen seien eine Abweichung von dieser Norm. Welche Kriterien bei der Festlegung der gesellschaftlichen Norm eine Rolle spielen, ist eine Frage der gesellschaftlichen Macht und das Ergebnis einer sozialen Setzung (einer gesellschaftlichen Konstruktion von Wirklichkeit).
Muslim
Die Begriffe Muslim oder Moslem bezeichnen männliche Personen, die dem Islam angehören. Weibliche Angehörige werden als Muslima bezeichnet. Dabei sagen die Bezeichnungen noch nichts über die Richtung des Islam (u. a. Aleviten, Schiiten, Sunniten) oder den Grad der Religiosität aus. Die Studie »Muslimisches Leben in Deutschland« des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ergab 2009, dass zwischen 3,8 und 4,3 Millionen Muslime aus rund 50 verschiedenen Herkunftsländern in Deutschland leben. Die repräsentative Studie belegt anhand verschiedener Aspekte (z. B. Staatsangehörigkeit, Religiosität und religiöse Alltagspraxis, Integration und Schulbildung, Alltagskontakte) die Vielschichtigkeit des muslimischen Lebens in Deutschland.

 


Autorin: B. Rheims
Erstellt: 22.02.2010