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Neu Kinder- und Jugendarbeit zu rassismuskritischen Orten entwickeln. Anregungen für die pädagogische Praxis in der Migrationsgesellschaft 2016

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Überblick Nr. 4, Dezember 2016

Schwerpunkt: Blick zurück nach vorn

Glossar

Identität
In der Psychologie beinhaltet das Bewusstsein der eigenen Identität, dass man sich - in Abgrenzung zu Anderen - als Individuum erlebt. Die Entwicklung von Identität ist ein lebenslang anhaltender Prozess der Definition und Neudefinition der eigenen Person und der Anderen. Dabei handelt es sich nicht um etwas Ungebrochenes, Kontinuierliches und in sich Stimmiges, wie Annita Kalpaka und Nora Räthzel zutreffend feststellen: »(...) das Individuum kann man sich als einen Schnittpunkt von verschiedenen Identitäten vorstellen: Nationalität, ethnische Zugehörigkeit, Religion, Geschlecht, Klasse usw. sind identitätskonstituierende Merkmale. Welches jeweils die Oberhand gewinnt, hängt u. a. auch von den aktuellen Lebensbedingungen und den zu bewältigenden Problemen ab.«
Interkulturelles Lernen
Interkulturelles Lernen meint die Kompetenzerweiterung im interkulturellen Feld, d. h. die Befähigung zum Umgang mit Heterogenität. Ähnlich wie die interkulturelle Kompetenz wird auch das interkulturelle Lernen als ein Angebot der Fort- und Weiterbildung meistens auf ethnisch-kulturelle Aspekte beschränkt, interkulturelles Lernen soll also den Umgang mit nationalen und/oder ethnischen Differenzen erleichtern. Allzu häufig stehen dabei nach wie vor Informationen über die Kultur der Herkunftsländer von in der Bundesrepublik lebenden Migrantinnen und Migranten im Vordergrund, wodurch ethnisierende Zuschreibungen über die jeweilige Kultur forciert werden. Nur ein interkulturelles Lernen, das auch Migrationsursachen, Diskriminierungserfahrungen der Migrantinnen und Migranten, Lebensrealitäten von Eingewanderten etc. fokussiert, wird auch deren Pluralität in der Einwanderungsgesellschaft gerecht.
Islamophobie
Der vor einigen Jahren aus dem englischen und französischen Sprachraum ins Deutsche übertragene Begriff wird als Synonym für Islamfeindlichkeit verwendet oder - in Anlehnung an den Begriff der Xenophobie - als gegen Muslime oder den Islam gerichtete Fremdenangst definiert. Er verweist vor allem auf tief sitzende Ängste, negative Einstellungen und emotional begründete Abwehr und Feindseligkeit.

 


Autorin: B. Rheims
Erstellt: 22.02.2010