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Neu Kinder- und Jugendarbeit zu rassismuskritischen Orten entwickeln. Anregungen für die pädagogische Praxis in der Migrationsgesellschaft 2016

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Überblick Nr. 1, März 2017

Schwerpunkt: Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus in der historisch-politischen Bildungsarbeit

Glossar

Freie Kameradschaften
Als freie Kameradschaft bezeichnen sich lokal und regional aktive Neonazi-Gruppen, die keine gesetzlich definierte Organisationsform (z. B. Partei oder eingetragener Verein) haben. Diese formal organisationsfreie Struktur war eine Reaktion auf die vielen Vereinsverbote in der ersten Hälfte der 1990er Jahre. Andere identitätsstiftende Selbstbezeichnungen sind »Freie Nationalisten« oder »Nationaler Widerstand«. Die Szene in NRW ist heterogen: Es gibt enge Verbindungen zur NPD, aber auch starke Abgrenzungen. Teilweise bestehen Überschneidungen zu den Autonomen Nationalisten. Aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtungen hatten Versuche, die Gruppen in NRW stärker zu bündeln, bislang keinen dauerhaften Erfolg.
Fremde
Die Unterscheidung von Eigenem und Fremdem ist ein grundlegendes Deutungsmuster. Dabei ist aber nicht festgelegt, welche Personen oder Gruppen jeweils als »fremd« oder »anders« wahrgenommen werden. Vorstellungen über den oder die Fremden sind soziale Konstruktionen, in denen »den Anderen« Eigenschaften zugeschrieben werden, die sich von der Eigengruppe unterscheiden. Werden der Fremdgruppe negative Eigenschaften zugewiesen, wird sie als bedrohlich und/oder minderwertig dargestellt, wird häufig von Fremdenfeindlichkeit gesprochen. Der Begriff ist problematisch, weil er nicht verdeutlicht, warum welche Gruppe als fremd wahrgenommen, negativ bewertet und ausgegrenzt wird. Er erzeugt beliebige »Wir« und »Ihr« Kategorien und öffnet damit den verschiedensten Diskriminierungen Tür und Tor.
Fremdgruppe
In der Sozialpsychologie bezeichnet der Begriff der Eigengruppe (ingroup) eine Gruppe, der eine Person angehört oder anzugehören glaubt. Entsprechend bezieht sich der Begriff der Fremdgruppe (outgroup) auf eine Gruppe, zu der eine Person nicht gehört oder nicht zu gehören glaubt. Die Entwicklung von Vorurteilen und Diskriminierungsprozessen gehen in der Regel mit einer Aufwertung der Eigengruppe und einer Abwertung der Fremdgruppe einher.

 


Autorin: B. Rheims
Erstellt: 22.02.2010