Publikationen

Neu Kinder- und Jugendarbeit zu rassismuskritischen Orten entwickeln. Anregungen für die pädagogische Praxis in der Migrationsgesellschaft 2016

Download

Überblick Nr. 4, Dezember 2016

Schwerpunkt: Blick zurück nach vorn

Ursachen und Erscheinungsformen von Diskriminierung

Diskriminierung - WechselbeziehungenZu den Ursachen von Diskriminierung zählen Vorurteile und ausgrenzende Verhaltensformen Einzelner ebenso wie Traditionen, Gewohnheiten und Gesetze, die das Handeln innerhalb von Gesellschaften und staatlich verfassten Gemeinschaften strukturieren. Direkte bzw. individuelle Formen der Diskriminierung sind dabei nicht isoliert zu betrachten von Ausgrenzungspraktiken auf gesellschaftlicher/institutioneller Ebene. Zwischen alltäglichen Formen der Ausgrenzung durch Individuen und in gesellschaftlichen Strukturen angelegte Ungleichbehandlung besteht vielmehr ein Wechselverhältnis. Wie dieses jeweils zu bestimmen und zu gewichten ist, darauf gibt es je nach theoretischem Erklärungsansatz unterschiedliche Antworten.

Hervorzuheben ist, dass individuelle Vorurteile und Diskriminierung in keinem einfachen Verhältnis von Ursache und Wirkung zueinander stehen: Vorurteile können eine benachteiligende Behandlung von Menschen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit zur Folge haben, das muss aber nicht der Fall sein. Vorurteile und diskriminierendes Handeln können aufgrund von situationsspezifischen Gegebenheiten mehr oder weniger auseinander klaffen. Widersprüche zwischen bestehenden Vorurteilen und dementsprechendem Verhalten ergeben sich durch verschiedene kontextabhängige Einflussgrößen: Trotz Vorurteile gegenüber einer bestimmten Gruppe, kann ein entsprechendes Verhalten ausbleiben, weil das Vorurteilsobjekt nicht dem typischen Vorstellungsbild von der Gruppe entspricht, oder weil in der konkreten Situation ein nicht-diskriminierendes Verhalten einen größeren (wirtschaftlichen, politischen oder sozialen) Nutzen verspricht. In Studien zum Verhältnis von Vorurteilen und Verhalten wurde immer wieder die Relevanz sozialer Normen für das konkrete Verhalten hervorgehoben. Gleichbehandlungsgebote und Diskriminierungsverbote können - trotz bestehender Vorurteile - den Verzicht auf ausgrenzendes Verhalten befördern, insbesondere dann, wenn bei Missachtung der Ge- und Verbote mit Sanktionen zu rechnen ist.

Umgekehrt betrachtet, muss Diskriminierung nicht aus individuellen Vorurteilen resultieren. Ungleichbehandlung kann auch Folge gesetzlich-administrativer Regelungen (z.B. das sog. Inländerprivileg auf dem Arbeitsmarkt) oder Ergebnis informeller Praktiken und Routinen in Organisationen (z.B. Benachteiligung von Frauen bei der Beförderung) sein. Wer den Blick auf institutionelle Formen der Diskriminierung richtet, verabschiedet sich von der auf individuelle Vorurteile bezogenen Beobachtungsperspektive, weil nicht mehr der subjektive Faktor im Diskriminierungsprozess analysiert, sondern die Bedeutung gesellschaftlicher Institutionen und Organisationen bei der Verteilung von Gütern und Ressourcen fokussiert wird. Lokalisiert werden die Ursachen von Diskriminierung dann im organisatorischen Handeln zentraler gesellschaftlicher Institutionen wie dem Bildungs- und Ausbildungsbereich, dem Arbeitsmarkt, dem Gesundheitswesen oder der Polizei. Diskriminierung - so Gomolla und Radke (2002, S. 26) - "setzt Gelegenheiten voraus." Damit verweisen sie auf die vielfältigen Möglichkeiten der Diskriminierung, die als formale Rechte, etablierte Strukturen, eingeschliffene Gewohnheiten, etablierte Wertvorstellungen und bewährte Handlungsmaximen in der Gesellschaft institutionalisiert sind.

Zur Beschreibung der Dimensionen von Diskriminierung werden in der wissenschaftlichen wie politischen Diskussion eine Reihe von unterschiedlichen Begriffspaaren verwendet, die zwischen Motiven, Handlungsebenen und Mechanismen unterscheiden, so z.B.:

  • bewusste und unbewusste Diskriminierung
  • direkte und indirekte Diskriminierung
  • offene und verdeckte Diskriminierung
  • alltägliche und strukturelle Diskriminierung
  • individuelle und institutionelle Diskriminierung
  • unmittelbare und mittelbare Diskriminierung

Diese Dichotomien verweisen darauf, dass benachteiligendes Handeln bewusst und intendiert sein kann und offene Formen wie Beleidigungen und gewalttätige Übergriffe annehmen kann. Sie verdeutlichen gleichzeitig, dass es nicht intendierte und nicht direkt sicht- und messbare Formen der Benachteiligung gibt, die das Ergebnis institutioneller Mechanismen sind. Letzteres wird insbesondere mit den Begriffen der institutionellen bzw. mittelbaren Diskriminierung erfasst.

Institutionelle Diskriminierung

Der Begriff geht auf Diskussionen über institutionellen Rassismus in den USA und in Großbritannien zurück. Er wurde in den 1960er Jahren durch Mitglieder der US-amerikanischen Black Power-Bewegung geprägt, die damit hervorhoben, dass für die Benachteiligung von Schwarzen die etablierten gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse sowie Handlungen und Unterlassungen in den gesellschaftlichen Institutionen verantwortlich sind. Die Effekte von institutionellem Rassismus verdeutlichten sie am Beispiel der überdurchschnittlich hohen Sterblichkeit bei schwarzen Neugeborenen, deren Ursache sie auf eine Verkettung von struktureller Armut, Ernährungsmängeln, unzureichender medizinischer Versorgung und der Entstehung von Slums zurückführten.

In Großbritannien wurde der Ansatz des institutionellen Rassismus in das Antidiskriminierungsgesetz von 1976 aufgenommen, das im Gegensatz zu seinen Vorläufern nicht mehr nur offene und direkte, sondern auch indirekte Diskriminierung verbot. Deutlich erweitert wurden die Bestimmungen ab Ende der 1990er Jahre. In einem offiziellen Untersuchungsbericht zum eklatanten Versagen polizeilicher Ermittlungsarbeit im Fall eines rassistisch motivierten Mordes wurde 1999 institutioneller Rassismus definiert als das

"(...) kollektive Versagen einer Organisation, Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Kultur oder ethnischen Herkunft eine angemessene und professionelle Dienstleistung zu bieten. Er kann in Prozessen, Einstellungen und Verhaltensweisen gesehen und aufgedeckt werden, die durch unwissentliche Vorurteile, Ignoranz und Gedankenlosigkeit zu Diskriminierung führen und durch rassistische Stereotypisierungen Angehörige ethnischer Minderheiten benachteiligen.(...) Ohne Anerkennung und ein Handeln, um solchen Rassismus zu beseitigen, kann er als Ethos oder der Kultur der Organisation weit verbreitet sein." (zitiert nach Gomolla 2005, S. 58)

FrauenanteilInfolge dieses Berichts wurde das britische Antidiskriminierungsgesetz um Schutzbestimmungen vor Diskriminierung durch öffentliche Einrichtungen und Behörden sowie Privatfirmen und Organisationen, die im Auftrag der öffentlichen Hand arbeiten, erweitert.

Das Konzept der institutionellen Diskriminierung wurde insbesondere im Kontext der Gleichstellung von Frauen erweitert und bezieht sich heute neben seiner ursprünglichen Ausrichtung auf rassistische Benachteiligungen auch auf Diskriminierungsmuster nach Geschlecht, sozialer Schicht, Alter, Behinderung oder sexueller Identität.

Der Perspektivenwechsel auf institutionelle Formen der Benachteiligung vollzog sich in der Bundesrepublik vor allem mit Blick auf die nachhaltige Ungleichheit von Frauen und Männern bezogen auf Ausbildung und Bezahlung sowie Führungspositionen in großen Unternehmen, in politischen Parteien, im Parlament oder an Universitäten. Die Einsicht, dass derartiges nicht nur den Benachteiligten, sondern auch den benachteiligenden Organisationen zugerechnet werden kann, setzte sich dabei nur langsam und allmählich durch.

Institutionelle Diskriminierung ist auf der Entscheidungsebene nur schwer nachweisbar und wird deshalb häufig über die bestehende Ungleichheit zwischen Gruppen gemessen und dargestellt. Beispiele aus dem Bereich Bildung und Arbeit sind der gegenüber Männern geringere Anteil von Frauen in Parteien oder an Universitäten, eine Ungleichverteilung der Schulerfolge entlang nationaler Differenzen, eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit bei Migranten und Migrantinnen oder eine geringere Erwerbsquote bei 55- bis 64-Jährigen.

SchulabsolventenSolche empirisch feststellbaren Diskrepanzen weisen allerdings nicht zwingend auf Diskriminierung hin: Die Über- oder Unterrepräsentation kann auch auf andere Ursachen zurückgeführt werden, so z.B. auf spezifische Berufsstrukturen im Fall der Zugewanderten oder attraktive Angebote der Frührente im Fall älterer Menschen. Statistische Vergleichsdaten dieser Art weisen damit nur auf mögliche oder wahrscheinliche Diskriminierungen hin. Mit anderen Worten: Wenn solche statistischen Diskrepanzen über einen längeren Zeitraum signifikant sind, dann liegt die Vermutung nahe, dass die betroffenen Gruppen zusätzlichen Barrieren ausgesetzt sein, die verhindern, dass sie ihr volles Potential entfalten, dies muss aber nicht so sein.

 

Typen diskriminierenden Verhaltens

 

Individuell

.

Institutionell

Direkte, intendierte Diskriminierung

Typ A

Diskriminierung als isolierte Einzelhandlung

z.B. Beleidigung aufgrund von Vorurteilen

Typ B

Diskriminierung durch kleine Gruppen

z.B. von mehreren Personen ausgeübte Übergriffe

Typ C

Direkt institutionalisierte Diskriminierung

z.B. gesetzlich-administrative Regelungen oder informelle routinemäßige Praktiken, die in der Organisationskultur verankert sind.

Indirekte Diskriminierung ohne erkennbare Absicht

.

.

Typ D

Indirekt institutionalisierte Diskriminierung,

z.B. Vorkehrungen, die bestimmte Gruppen überproportional negativ treffen, oder Anwendung gleicher Regeln, die bei verschiedenen Gruppen grundsätzlich zu ungleiche Realisierungschancen führen.

(nach: Gomolla/Radke 2002, S. 44)

 

Hilfreich für das Verständnis der Mechanismen institutioneller Diskriminierung ist eine von Mechtild Gomolla und Frank-Olaf Radtke vorgestellte Typologie, die vier Basisformen nach dem Grad der Intentionalität diskriminierender Praktiken und ihrer Verankerung in Organisationen unterscheidet:

"Als Eckfälle von Diskriminierung gelten die isolierte Einzelhandlung außerhalb von Organisationen mit voller Absicht (Typ A) und der Fall der vollständig in bürokratischen Organisationen eingebetteten indirekten institutionalisierten Diskriminierung ohne erkennbare Absicht (Typ D).
Beispiele für Diskriminierung als intentionale Einzelhandlung (Typ A) sind rassistisch oder sexistisch motivierte Übergriffe Einzelner in privaten oder öffentlichen face-to-face Kommunikationen aufgrund von Vorurteilen oder der Absicht zu schaden.
Als vergrößerte Version der diskriminierenden Einzelhandlung gilt der Basistyp B, der sich auf absichtsvolle Diskriminierung durch kleine informelle oder formalisierte Gruppen bezieht, die jedoch nicht in großflächige Organisationen eingebunden sind (z.B. von mehreren Personen ausgeübte (...) Überfälle auf Ausländerinnen oder Obdachlose).
Der Typ C, die direkte institutionalisierte Diskriminierung, bezieht sich auf Handlungen, die im organisatorischen oder lokalen Handlungskontext möglich oder vorgeschrieben sind und negative Wirkung für Mitglieder bestimmter Gruppen haben sollen. (...) Diese Handlungen sind typischerweise nicht episodisch oder sporadisch, sondern sie erfolgen regelmäßig (in Deutschland z.B. die Anwendung des ‚Inländerprivilegs' bei der Arbeitsvermittlung). Sie werden gestützt durch entweder hochformalisierte gesetzlich-admisnistrative Regelungen oder auch durch informelle organisatorische Praktiken (‚ungeschriebene Gesetze'), die in der Organisationskultur als Routinen abgesichert sind.
Dem gegenüber bezieht sich der Typ D, indirekte institutionalisierte Diskriminierung, auf Praktiken, die negative und differenzierende Wirkungen für ethnische Minderheiten und Frauen haben, obwohl die organisatorisch vorgeschriebenen Normen oder Verfahren ohne unmittelbare Vorurteile oder Schadensabsichten eingerichtet und ausgeführt wurden. Oberflächlich betrachtet und von ihrer Intention her erscheinen diese Praktiken angemessen, gerecht oder zumindest neutral (...)." (Gomolla/Radtke 2002, S. 43ff)

Die diffizilen Mechanismen der institutionellen Diskriminierung beleuchten Mechtild Gomolla und Frank-Olaf Radtke in einer Fallstudie zum Schulsystem der Stadt Bielefeld. Ungleiche Bildungserfolge von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund - so ihr Fazit - sind das Ergebnis von Arbeitsstrukturen, Routinen und Handlungsmaximen bei der Leistungsbeurteilung, die zu einer systematischen Benachteiligung von Migrantenkindern bei der Einschulung und beim Übergang zu weiterführenden Schulen führen. Die Untersuchung zeigt an vielen Beispielen, dass die Benachteiligung erheblich von allgemeinem Verwaltungshandeln (wie der Festlegung von Schulbezirken), von institutionellen Voraussetzungen (wie das Vorhandensein von Schulkindergärten oder Vorbereitungsklassen) und von Eigeninteressen der Institution Schule (möglichst homogene Klassen, Auslastung der Klassen, Größe und Bestand der Schule) abhängen. Je nach Gegebenheit wird dabei z.B. das Auswahlkriterium von Deutsch als Unterrichtssprache bzw. "ausreichende" oder "gute" Deutschkenntnisse flexibel gehandhabt: Sind die Klassen ausgelastet, werden hohe Anforderungen an die Sprachkenntnisse gestellt und Kinder mit Migrationshintergrund zurückgestellt oder an den Schulkindergarten bzw. in Vorbereitungsklassen überwiesen. Gibt es hingegen einen Schülermangel, werden Migrantenkinder trotz latenter Sprachprobleme aufgenommen.

Formen der direkten Diskriminierung zeigen sich nach Gomolla und Radtke, wenn Gleiche ungleich behandelt werden und z.B. Migrantenkinder bei der Einschulung aus gewohnheitsmäßiger Praxis zur Sprachförderung in den Schulkindergarten aufgenommen werden oder beim Übergang in die Sekundarstufe sog. Ausländerquoten angewandt werden. Die Mechanismen indirekter Diskriminierung resultieren demgegenüber aus der Anwendung gleicher Regeln auf alle Schüler und Schülerinnen, weil dies zu einer strukturellen Benachteiligung von Zwei- und Mehrsprachigkeit und einer Missachtung der spezifischen Lernvoraussetzungen und Lebensbedingungen von Kindern mit Migrationshintergrund führt. Diese Benachteiligung ist nicht in ethnischen oder nationalen Ausschlusskriterien begründet, sondern in Vorstellungen einer schulischen "Normalität" von guten Leistungen, Sprachvermögen, sozialer Integration und Elternmitarbeit. Zur Legitimation von Entscheidungen zulasten von Migrantenkindern wird allerdings oft auf kulturalisierende Deutungen (wie Sozialisationsdefizite, Integrationsunwilligkeit, Kulturkonflikt ...) zurückgegriffen, die auch im gesellschaftlichen Diskurs verbreitet sind.

Unmittelbare und mittelbare Diskriminierung

In den neueren Antidiskriminierungs-Richtlinien der Europäischen Union wird unterschieden zwischen Formen unmittelbarer und mittelbarer Diskriminierung:

"Eine unmittelbare Diskriminierung liegt vor, wenn eine Person aufgrund ihrer Rasse oder ethnischen Herkunft, ihrer Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, ihres Alters oder ihrer sexuellen Ausrichtung in einer vergleichbaren Situation eine weniger günstige Behandlung als eine andere Person erfährt. (...)
Um eine mittelbare Diskriminierung handelt es sich, wenn dem Anschein nach neutrale Vorschriften, Kriterien oder Verfahren bestimmte Personen aufgrund ihrer Rasse oder ethnischen Herkunft, ihrer Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, ihres Alters oder ihrer sexuellen Identität in besonderer Weise benachteiligen können. (...) " (Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung)

Der Begriff der unmittelbaren Diskriminierung bezieht sich damit auf direkte und offensichtliche Formen, bei denen Menschen aus den genannten Diskriminierungsgründen anders, negativ oder schlecht behandelt werden. Beispiele sind Beleidigungen und Anfeindungen, aber auch Stellenanzeigen, die sich ausschließlich an "Deutsche" richten oder in denen Bewerbungen von Menschen mit Behinderungen von vornherein ausgeschlossen werden. Auch die Verweigerung von Wohnraum aus Gründen der Hautfarbe oder ethnischen Herkunft ist nach dieser Bestimmung rechtswidrig.

Mit dem Begriff der mittelbaren Diskriminierung werden im neuen EU-Recht auch subtilere Formen der Benachteiligung erfasst, die nicht intendiert sein müssen, aus allgemeinen Maßnahmen oder Regeln resultieren können, und sich häufig erst durch die Auswirkungen auf die benachteiligten Gruppen zeigen. Wie die Kennzeichnung von Diskriminierung als strukturell oder institutionell verweist auch der Begriff der mittelbaren Diskriminierung darauf, dass scheinbar neutrale Bestimmungen und gewohnheitsmäßige Praktiken dazu führen können, dass Personen benachteiligt werden. Eine Diskriminierung in diesem Sinne würde beispielsweise vorliegen, wenn Menschen im Rollstuhl einen Schalter in einem öffentlichen Gebäude nicht erreichen können. Eine mittelbare Diskriminierung wäre auch gegeben, wenn alle Bewerber und Bewerberinnen auf einer Arbeitsstelle einen Test in einer bestimmten Sprache absolvieren müssten, obwohl diese Sprache für die Ausübung der Tätigkeit nicht notwendig wäre: "Die Durchführung eines solchen Tests könnte zur Folge haben, dass Bewerberinnen und Bewerber mit einer anderen Muttersprache ausgeschlossen werden." (Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung, Informationen zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz)

Diese Differenzierung in unmittelbare und mittelbare Diskriminierung wurde auch im Rahmen des Entwurfs für ein Antidiskriminierungsgesetz in Deutschland übernommen.